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31. Daneben an der Westwand ein Altaraufsatz von 1625, der bis 1897 auf dem
Retabel (Goldaltar) im Hochchor stand. Der dreistöckige Marienaltar ist noch nicht
restauriert.
32. Am vierten Pfeiler, gegenüber dem Bild der hl. Hildegard, eine
Kreuzigungsgruppe und die Kreuzabnahme (1500).
33. Besondere Aufmerksamkeit verdient das an der Nordwand, neben dem Beichtstuhl
angebrachte Triptychon, (ehem. Altarbild) von den letzten 15 Tagen vor dem Ende der Welt
(1510). Es ist die in Bild gesetzte Vision des hl. Hieronymus aus der Legenda Aurea des
Jakob von Vorangine aus dem 12. Jahrhundert. Ganz links oben St. Hieronymus in seinem
Gehäuse.
- Die Bilderfolge:
- Am ersten Tag wird sich das Meer aus seinem Bett auftürmen, höher als die
Berge, um dann wie eine Mauer an seiner Stelle stehen zu bleiben.
- Am zweiten Tag wird es so tief fallen, daß man es kaum noch sehen kann.
- Am dritten Tag werden Seeungeheuer aus dem Meer hervorkommen, und ihr Brüllen
wird bis zum Himmel dringen.
- Am vierten Tag wird das Meer brennen.
- Am fünften Tag werden Kräuter und Bäume blutigen Saft ausschwitzen.
- Am sechsten Tag werden die Gebäude zusammenstürzen. (beachte: Wernerkapelle und
die Türme der Stadt).
- Am siebten Tag werden die Felsen sich gegenseitig erschlagen.
- Am achten Tag wird ein allgemeines Erdbeben stattfinden.
- Am neunten Tage wird die Erde eingeebnet werden.
- Am zehnten Tag werden die Menschen aus ihren Schlupfwinkeln kommen, sie werden
wie von Sinnen einhergehen und nicht miteinander sprechen können.
- Am elften Tag werden die Gebeine der Toten sich erheben und über ihren Gräbern
stehen.
- Am zwölften Tage werden die Sterne vom Himmel fallen.
- Am dreizehnten Tage werden die noch Lebenden sterben, damit sie mit den Toten
auferstehen können.
- Am vierzehnten Tag werden Himmel, Erde und Luft ein Flammenmeer sein.
- Am fünfzehnten Tag wird ein neuer Himmel und eine neue Erde entstehen und, wie
der Herr sagt, wird Jesus wie der Blitz aus dem Osten erscheinen, um Gericht zu halten und
die Guten von den Bösen zu scheiden.
Auf den Außenflächen ist der Sündenfall und die Vertreibung von Adam und Eva
aus dem Paradies dargestellt.
34. Ebenfalls an der Nordwand des nördlichen Seitenschiffes ist das
dreiflüglige Altarbild eines Marienaltares dargestellt. Maria als Königin, mit dem
Gotteskind auf dem Schoß umgeben von Heiligen. Auf dem linken Flügel eine
Schutzmantel-Ursula und auf dem rechten Flügel das Martyrium der Zehntausend (15.
Jahrhundert). Unverkennbare Anklänge an das Marienbild im Kölner Dom.
35. Auf dem zweiten Pfeiler von Westen her ist das Bild des Heiligen Martin dem
Seitenschiff zugewandt. Martin teilt den Mantel an zwei Bettler. Im Hintergrund seine
Oberweseler Kirche mit Stadtmauern und Türmen. (Ende 15. Jahrhundert).
36. An demselben Pfeiler dem Chor zugewandt, die älteste erhaltene Stadtansicht
von Koblenz mit den Heiligen St. Kastor, St. Katharina und St. Florinus. Einziges Gemälde
mit einer Signatur AW. = Anton Wonsam (um 1500).
37. Nach dem Mittelschiff desselben Pfeilers ein Gemälde aus dem Jahre 1657:
Eine Kreuzigungsgruppe mit der Gottesmutter, dem hl. Johannes und dem hl. Bischof
Valentinus, dem Patron gegen die Fallsucht. Zu seinen Füßen ein geheiltes Kind.
38. Am Pfeiler hinter dem Quergang, das weit über die Grenzen von Oberwesel
bekannte Gutenstein-Epitaph aus der Schule Backoffens. Eines der schönsten und
eindrucksvollsten Grabmäler eines Ehepaares im deutschen Sprachraum (1520).
39. Der Pfeiler links vom Altar zeigt die hl. Maria von Ägypten, die, nach der
Legenda aurea, nach einem strengen Büßerleben, nur mit ihren Haaren bekleidet, von Engel
in den Himmel aufgenommen wurde (um 1500).
40. Unmittelbar neben dem Eingang eine Renaissance-Votivtafel mit starkem
barockem Einschlag des Oberweseler Gerichtsschreibers Caspar Lorbecher. Das Werk ist zu
Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit geschaffen (1601).
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